Ratgeber · Zahnersatz

Periimplantitis: Wenn sich das Zahnfleisch am Implantat entzündet

Dr. med. dent. Laura Salem

Von Dr. med. dent. Laura Salem

Zahnärztin · Zahnmedizin Traar · 7 Min. Lesezeit

Periimplantitis ist eine Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat, bei der auch der Knochen betroffen ist, der das Implantat hält. Sie ist das Gegenstück zur Parodontitis am natürlichen Zahn. Früh erkannt, lässt sie sich meist gut behandeln. Dieser Ratgeber erklärt, woran Sie erste Anzeichen erkennen, wie behandelt wird und wie Sie vorbeugen.

Beratung zur Vorbeugung und Behandlung von Periimplantitis in der Praxis Dr. Salem in Krefeld-Traar
Früh erkannt, lässt sich eine Entzündung am Implantat meist gut behandeln.

Auf einen Blick

  • Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung am Implantat, die auch den Knochen angreift.
  • Eine Vorstufe ist die Mukositis, bei der nur das Zahnfleisch entzündet ist und noch kein Knochen verloren geht.
  • Erste Anzeichen sind gerötetes oder blutendes Zahnfleisch am Implantat, später Schwellung oder Rückgang.
  • Hauptursache ist bakterieller Belag, begünstigt durch mangelnde Pflege, Rauchen und unbehandelte Parodontitis.
  • Je früher die Behandlung beginnt, desto schonender verläuft sie.
  • Gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen sind der wirksamste Schutz.

Was ist Periimplantitis?

Periimplantitis ist eine Entzündung rund um ein Implantat, die neben dem Zahnfleisch auch den tragenden Kieferknochen erfasst. Ein Implantat ist zwar künstlich, aber das Gewebe darum herum ist lebendig und reagiert auf Bakterien ähnlich wie bei einem natürlichen Zahn. Sammelt sich Belag am Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch, kann sich das Gewebe entzünden.

Wichtig ist der Unterschied zur Vorstufe, der periimplantären Mukositis. Dabei ist nur das Zahnfleisch gereizt und entzündet, der Knochen ist noch nicht betroffen. Dieses Stadium ist gut umkehrbar. Greift die Entzündung dagegen auf den Knochen über und baut ihn ab, spricht man von Periimplantitis. Der Knochen, einmal verloren, wächst nicht von selbst zurück. Genau deshalb ist das frühe Erkennen so wichtig, und genau deshalb gehören Implantate in die regelmäßige Kontrolle.

Woran erkenne ich eine Entzündung am Implantat?

Im Frühstadium bemerkt man oft wenig, denn eine beginnende Entzündung tut meist nicht weh. Das ist das Tückische. Trotzdem gibt es Anzeichen, auf die Sie achten können: Das Zahnfleisch am Implantat ist gerötet oder geschwollen, es blutet beim Putzen oder bei Berührung, oder es zieht sich zurück. Manchmal tritt beim Drücken eine kleine Menge Sekret aus, oder es entsteht ein unangenehmer Geschmack.

Schmerzen kommen, wenn überhaupt, meist erst spät dazu. Wenn ein Implantat sich locker anfühlt, ist die Entzündung oft schon fortgeschritten. Deshalb sollten Sie nicht auf Schmerzen warten. Fällt Ihnen eines dieser Zeichen auf, ist ein Termin ratsam. Was genau dahintersteckt, lässt sich erst nach einer Untersuchung sagen, denn nicht jede Rötung ist gleich eine Periimplantitis.

Wie entsteht Periimplantitis?

Die Hauptursache ist bakterieller Belag, der sich am Implantat ansammelt und nicht gründlich entfernt wird. Von dort aus reizen die Bakterien das Gewebe. Wird der Belag dauerhaft nicht beseitigt, schreitet die Entzündung in die Tiefe fort. Einige Faktoren erhöhen das Risiko spürbar:

  • unzureichende Mundhygiene, besonders in den schwer erreichbaren Bereichen am Implantat
  • Rauchen, das die Durchblutung und die Heilung des Gewebes beeinträchtigt
  • eine unbehandelte oder frühere Parodontitis an den eigenen Zähnen
  • schlecht eingestellte Allgemeinerkrankungen, etwa ein nicht gut kontrollierter Diabetes
  • fehlende regelmäßige Kontrolle und professionelle Reinigung

Viele dieser Punkte lassen sich beeinflussen. Das ist die gute Nachricht: Wer die Risiken kennt, kann ihnen gezielt begegnen.

Wie wird Periimplantitis behandelt?

Das Ziel jeder Behandlung ist, die Entzündung zu stoppen und das Implantat zu erhalten. Wie das abläuft, hängt vom Stadium ab. In vier Schritten, grob skizziert:

  1. Befund und Reinigung. Zuerst wird das Ausmaß beurteilt, oft mit einer Messung der Taschentiefe und einer Röntgenaufnahme. Dann werden die Beläge rund um das Implantat gründlich entfernt.

  2. Entzündung beruhigen. Mit einer professionellen Reinigung der Implantatoberfläche und begleitenden Maßnahmen wird die Entzündung zurückgedrängt. Im frühen Stadium, der Mukositis, reicht das oft schon.

  3. Weiterführende Behandlung bei Bedarf. Ist der Knochen betroffen, kann ein kleinerer Eingriff nötig sein, um die Oberfläche gründlich zu säubern und den Bereich zu versorgen.

  4. Nachsorge. Danach folgen engmaschige Kontrollen, damit die Entzündung nicht zurückkehrt. Dieser Teil ist genauso wichtig wie die Behandlung selbst.

Ob und wie gut sich ein betroffenes Implantat erhalten lässt, hängt davon ab, wie früh die Behandlung beginnt. Eine Garantie gibt es in der Medizin nie, aber je früher, desto besser stehen die Chancen.

Wie kann ich vorbeugen?

Vorbeugung ist bei Periimplantitis der wirksamste Weg, und sie liegt zu einem großen Teil in Ihrer Hand. Ein Implantat braucht dieselbe Sorgfalt wie ein natürlicher Zahn, an manchen Stellen sogar etwas mehr. Dazu gehört die tägliche Reinigung, auch der Zwischenräume, für die es spezielle Bürstchen gibt. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei Ihrem Implantat ankommt.

Dazu kommen die regelmäßige Kontrolle und die professionelle Zahnreinigung, bei der Beläge dort entfernt werden, wo die häusliche Pflege nicht hinreicht. Wer in der Vergangenheit eine Parodontitis hatte, sollte besonders aufmerksam sein, denn das Risiko ist dann erhöht. Einen entzündeten Bereich am Implantat zu ignorieren, macht es fast immer schlimmer.

Häufige Fragen zu Periimplantitis

Ist Periimplantitis dasselbe wie Parodontitis?

Sie sind verwandt, aber nicht dasselbe. Parodontitis betrifft den natürlichen Zahn, Periimplantitis das Gewebe rund um ein Implantat. Beide sind bakterielle Entzündungen, die den Knochen angreifen können. Wer eine Parodontitis hatte, hat ein höheres Risiko für Periimplantitis.

Tut eine Entzündung am Implantat weh?

Im Frühstadium meist nicht, und das ist das Tückische. Erste Zeichen sind eher gerötetes oder blutendes Zahnfleisch. Schmerzen oder ein lockeres Gefühl kommen oft erst spät dazu, wenn die Entzündung fortgeschritten ist. Deshalb sollte man nicht auf Schmerzen warten.

Kann ein Implantat mit Periimplantitis gerettet werden?

Oft ja, besonders wenn die Behandlung früh beginnt. Ziel ist immer der Erhalt des Implantats. Wie gut das gelingt, hängt vom Ausmaß des Knochenverlusts ab. Eine Garantie gibt es nicht, aber je früher behandelt wird, desto besser die Aussichten.

Wie oft sollte ich mit einem Implantat zur Kontrolle?

In der Regel sind regelmäßige Kontrollen und eine professionelle Reinigung sinnvoll, bei Implantaten oft in kürzeren Abständen. Wie oft in Ihrem Fall, hängt von Ihrem Risiko ab. Das stimmen wir individuell mit Ihnen ab.

Erhöht Rauchen das Risiko?

Ja. Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung und die Heilung des Gewebes und zählt zu den wichtigen Risikofaktoren für Periimplantitis. Das schließt ein Implantat nicht aus, sollte aber vorher besprochen und in die Planung einbezogen werden.

Ihr nächster Schritt

Eine Entzündung am Implantat ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, nicht abzuwarten. Fällt Ihnen gerötetes oder blutendes Zahnfleisch am Implantat auf, schauen wir es uns in unserer Praxis in Krefeld-Traar in Ruhe an. Mehr zur Behandlung selbst lesen Sie auf unserer Seite zu den Zahnimplantaten. Wie die regelmäßige Reinigung vorbeugt, erfahren Sie im Beitrag zur professionellen Zahnreinigung.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung oder Untersuchung. Ob und in welchem Umfang eine Behandlung für Sie infrage kommt, klären wir in einem persönlichen Termin.