Ratgeber · Zahnersatz

Teil-, Voll- oder Teleskopprothese: Welche passt wann?

Dr. med. dent. Laura Salem

Von Dr. med. dent. Laura Salem

Zahnärztin · Zahnmedizin Traar · 6 Min. Lesezeit

Prothesen sind herausnehmbarer Zahnersatz, der fehlende Zähne ersetzt, und es gibt sie in mehreren Formen. Welche passt, hängt vor allem davon ab, wie viele eigene Zähne noch vorhanden sind. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede zwischen Teil-, Voll- und Teleskopprothese und was bei jeder zu bedenken ist.

Beratung zu den verschiedenen Prothesenarten in der Zahnarztpraxis Dr. Salem in Krefeld-Traar
Welche Prothese passt, hängt davon ab, wie viele eigene Zähne noch vorhanden sind.

Auf einen Blick

  • Eine Teilprothese ersetzt einzelne fehlende Zähne und stützt sich an den verbliebenen ab.
  • Eine Vollprothese ersetzt alle Zähne eines zahnlosen Kiefers.
  • Eine Teleskopprothese nutzt die eigenen Zähne über Doppelkronen als festen Anker.
  • Für mehr Halt lässt sich eine Prothese zusätzlich auf Implantaten befestigen.
  • Für Zahnersatz gibt es einen befundbezogenen Festzuschuss der Kasse (Quelle: G-BA/SGB V).
  • Welche Form passt, hängt vom Restgebiss, vom Kiefer und von Ihren Wünschen ab.

Was ist herausnehmbarer Zahnersatz?

Herausnehmbarer Zahnersatz, also die klassische Prothese, ersetzt fehlende Zähne und lässt sich zur Reinigung aus dem Mund nehmen. Das unterscheidet ihn vom festsitzenden Zahnersatz wie Kronen, Brücken und Implantaten, die dauerhaft im Mund bleiben. Eine Prothese ist oft die wirtschaftlichere Lösung, besonders wenn mehrere oder alle Zähne fehlen.

Welche Prothese infrage kommt, entscheidet vor allem eine Frage: Wie viele eigene, stabile Zähne sind noch da? Sind einzelne Lücken bei erhaltenem Restgebiss zu versorgen, ist eine Teilprothese der Weg. Ist ein Kiefer ganz zahnlos, wird es eine Vollprothese. Und wenn stabile eigene Zähne als Anker taugen, kommt die komfortablere Teleskopprothese ins Spiel.

Die drei Prothesenarten im Vergleich

Ein Überblick, der die Einordnung erleichtert:

ProthesenartVoraussetzungHaltBesonderheit
Teilprotheseeinige eigene Zähne vorhandenüber Klammern oder Ankerwirtschaftlich, sichtbar je nach Halteelement
Teleskopprothesestabile eigene Zähne als Pfeilerüber Doppelkronen, sehr gutkomfortabel, unauffällig, aufwendiger
Vollprothesezahnloser Kieferüber Saugwirkung, ggf. Haftcremeersetzt die ganze Zahnreihe
Implantatgetragene Protheseausreichender Kieferknochenüber Implantate, sehr sicherfester Halt, zusätzlicher Eingriff

Keine dieser Formen ist pauschal die beste. Die Teleskopprothese gilt vielen als besonders komfortabel, setzt aber geeignete Pfeilerzähne voraus. Die Vollprothese ist bei zahnlosem Kiefer oft der Weg, kann im Unterkiefer aber Halt-Herausforderungen mit sich bringen.

Was ist eine Teleskopprothese genau?

Weil die Teleskopprothese am häufigsten Fragen aufwirft, hier genauer: Sie funktioniert nach dem Prinzip zweier ineinandergreifender Kronen. Ein Teil, die Primärkrone, wird fest auf einen vorbereiteten eigenen Zahn zementiert. Der zweite Teil, die Sekundärkrone, sitzt in der Prothese. Beim Einsetzen schieben sich beide präzise ineinander, ähnlich wie ein Teleskop, daher der Name.

Der Vorteil liegt im Halt und im Komfort. Die Prothese sitzt fest, wackelt nicht wie eine reine Klammerprothese und lässt sich trotzdem zur Reinigung herausnehmen. Von außen sind keine Klammern zu sehen. Der Aufwand ist höher, weil die Pfeilerzähne überkront werden, und die Kosten liegen entsprechend anders. Ob Ihre eigenen Zähne als Pfeiler taugen, klärt eine Untersuchung.

Die Eingewöhnung gehört dazu

Ehrlich gesagt braucht eine neue Prothese Zeit. Am Anfang fühlt sie sich ungewohnt an, Sprechen und Kauen wollen geübt sein, und es können Druckstellen entstehen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Genau dafür sind die Nachsorgetermine da, bei denen wir die Prothese nachpassen, bis sie sich gut anfühlt.

Wie schnell die Eingewöhnung gelingt, ist verschieden. Die meisten kommen nach einer Weile gut damit zurecht. Wichtig ist, dass Sie sich bei Druckstellen melden, statt sie auszuhalten. Eine Prothese soll sitzen, nicht stören.

Was kostet eine Prothese und was zahlt die Kasse?

Die Kosten unterscheiden sich stark je nach Art. Eine einfache Teilprothese liegt anders als eine aufwendige Teleskopprothese. Für Zahnersatz gewährt die gesetzliche Krankenkasse einen befundbezogenen Festzuschuss, der einen Teil der Kosten der Regelversorgung deckt (Quelle: G-BA/SGB V). Mit einem lückenlos geführten Bonusheft fällt der Zuschuss höher aus, bei geringem Einkommen greifen Härtefallregelungen.

Höherwertige Versorgungen wie die Teleskopprothese oder eine implantatgetragene Lösung gehen über die Regelversorgung hinaus und sind teilweise privat zu tragen. Eine belastbare Aussage machen wir nach der Untersuchung. Für alle unsere Leistungen bieten wir einen individuell abgestimmten Ratenzahlungsplan an.

Häufige Fragen zu Prothesen

Was ist der Vorteil einer Teleskopprothese?

Sie sitzt über Doppelkronen fest an den eigenen Zähnen, wackelt nicht wie eine reine Klammerprothese und zeigt keine sichtbaren Klammern. Zugleich lässt sie sich zur Reinigung herausnehmen. Voraussetzung sind geeignete Pfeilerzähne.

Hält eine Vollprothese sicher?

Eine gut angepasste Vollprothese hält im Oberkiefer meist gut über die Saugwirkung. Im Unterkiefer ist der Halt oft herausfordernder. Zusätzliche Implantate als Anker können den Sitz dann deutlich verbessern.

Muss ich die Prothese nachts herausnehmen?

Das hängt von der Art der Prothese und Ihrer Situation ab. Viele nehmen ihre Prothese nachts heraus, um Zahnfleisch und Kiefer eine Pause zu gönnen. Wir geben Ihnen dazu eine auf Sie abgestimmte Empfehlung.

Wie pflege ich eine Prothese?

Die Prothese wird täglich gereinigt, ähnlich wie die eigenen Zähne, und meist über Nacht in einem geeigneten Behälter aufbewahrt. Die genaue Pflege zeigen wir Ihnen beim Einsetzen und bei den Nachsorgeterminen.

Was tun, wenn die Prothese drückt?

Melden Sie sich, dann passen wir sie nach. Druckstellen sind gerade in der Eingewöhnung normal und lassen sich beheben. Sie sollten Beschwerden nicht aushalten, sondern ansprechen.

Ihr nächster Schritt

Welche Prothese zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie viele eigene Zähne noch da sind und was Sie sich wünschen. In unserer Praxis in Krefeld-Traar nehmen wir uns für die Anpassung und die Nachsorge bewusst Zeit, damit Ihr Zahnersatz sicher sitzt. Mehr dazu lesen Sie auf unseren Seiten zu Zahnersatz und Prothesen und im Überblick zum Zahnersatz.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung oder Untersuchung. Ob und in welchem Umfang eine Behandlung für Sie infrage kommt, klären wir in einem persönlichen Termin.