Ratgeber · Ästhetik

Zahn abgebrochen: Was tun und welche Möglichkeiten es gibt

Dr. med. dent. Laura Salem

Von Dr. med. dent. Laura Salem

Zahnärztin · Zahnmedizin Traar · 5 Min. Lesezeit

Ein abgebrochener Zahn ist eine Absplitterung von Zahnsubstanz, die von einer kleinen Ecke bis zu einem größeren Stück reichen kann. Wie dringend gehandelt werden muss und welche Reparatur infrage kommt, hängt vom Ausmaß ab. Dieser Ratgeber erklärt, was Sie sofort tun sollten und welche Möglichkeiten es gibt.

Person prüft einen abgebrochenen Zahn, Ratgeber der Zahnarztpraxis Dr. Salem in Krefeld-Traar
Eine abgebrochene Zahnecke ist selten ein Notfall, sollte aber zeitnah angeschaut werden.

Auf einen Blick

  • Eine kleine abgebrochene Ecke ist meist kein Notfall, sollte aber zeitnah angeschaut werden.
  • Schmerzt der Zahn stark, blutet er oder ist ein großes Stück ab, gehört das rasch in die Praxis.
  • Bewahren Sie ein abgebrochenes Stück feucht auf, am besten in Milch oder Zahnrettungsbox.
  • Kleine Defekte lassen sich oft mit Bonding oder einer Kompositfüllung beheben.
  • Größere Schäden brauchen unter Umständen ein Veneer, eine Krone oder mehr.
  • Was möglich ist, entscheidet sich nach einer Untersuchung.

Was ist passiert, wenn ein Zahn abbricht?

Wenn ein Zahn abbricht, geht Zahnsubstanz verloren, sei es nur ein Stück Schmelz oder ein größerer Teil bis ins Zahninnere. Das passiert häufiger, als man denkt: beim Biss auf etwas Hartes, durch einen Sturz, beim Sport oder wenn ein Zahn durch alte Füllungen oder Karies vorgeschwächt war. Manchmal reicht schon ein Kirschkern im falschen Moment.

Entscheidend ist, wie tief der Bruch geht. Ist nur ein Stückchen Schmelz an der Kante ab, tut das meist nicht weh und ist vor allem ein optisches Thema. Reicht der Bruch bis ins Zahnbein oder gar bis zum Nerv, kann der Zahn empfindlich werden oder schmerzen. Ob der Nerv betroffen ist, lässt sich von außen nicht sicher sagen. Das können wir erst nach einer Untersuchung beurteilen.

Was sollten Sie sofort tun?

Ruhe bewahren, denn ein abgebrochener Zahn ist selten ein echter Notfall. Trotzdem hilft ein überlegtes Vorgehen:

  1. Mund ausspülen. Spülen Sie vorsichtig mit lauwarmem Wasser, um Splitter zu entfernen.

  2. Bruchstück aufbewahren. Bewahren Sie ein größeres Stück feucht auf, am besten in einer Zahnrettungsbox aus der Apotheke oder in Milch, nicht in Wasser.

  3. Kühlen bei Schwellung. Bei einer Schwellung hilft Kühlen von außen mit einem Tuch.

  4. Scharfe Kanten beachten. Eine scharfe Bruchkante kann Zunge oder Wange reizen. Meiden Sie die Stelle beim Kauen.

  5. Termin vereinbaren. Melden Sie sich zeitnah in der Praxis, bei starken Schmerzen oder großem Verlust rasch.

Wann es dringend wird? Bei starken Schmerzen, anhaltender Blutung, einem sichtbar freiliegenden Zahnmark oder wenn der ganze Zahn ausgeschlagen wurde. Dann sollten Sie nicht bis zum nächsten Werktag warten.

Welche Möglichkeiten der Reparatur gibt es?

Was zur Reparatur passt, richtet sich nach dem Ausmaß des Schadens. Ein Überblick:

AusmaßMögliche LösungBesonderheit
Kleine Ecke, nur SchmelzBonding / Kompositfüllungoft in einer Sitzung, schonend
Größerer Frontzahn-DefektVeneer oder Kompositästhetisch, je nach Substanz
Viel Substanz verlorenKroneschützt den Restzahn
Nerv betroffenWurzelbehandlung + Aufbauerst Nerv versorgen, dann aufbauen
Zahn nicht erhaltbarExtraktion + ErsatzImplantat oder Brücke

Diese Tabelle ist eine Orientierung. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, wie viel Zahn verloren ging und ob der Nerv betroffen ist. Das ist keine Ferndiagnose-Frage, sondern eine Sache der Untersuchung.

Lässt sich ein abgebrochenes Stück wieder ankleben?

Manchmal ja. Ist das Bruchstück intakt und wurde es feucht aufbewahrt, kann es in bestimmten Fällen wieder befestigt werden - das lohnt sich vor allem bei größeren Stücken. Das gelingt aber nicht immer, und ob es hält, hängt von Größe und Lage des Bruchs ab. Häufiger wird der Zahn mit zahnfarbenem Komposit wieder aufgebaut, weil das zuverlässiger ist und sich gut anpassen lässt.

Eine Garantie, dass ein abgebrochener Zahn genau wie vorher wird, gibt es nicht. Aber in den meisten Fällen lässt sich ein optisch und funktionell gutes Ergebnis erreichen, gerade bei kleineren Defekten an den Frontzähnen.

Häufige Fragen zum abgebrochenen Zahn

Ist ein abgebrochener Zahn ein Notfall?

Eine kleine abgebrochene Ecke meist nicht, sie sollte aber zeitnah angeschaut werden. Bei starken Schmerzen, anhaltender Blutung, freiliegendem Zahnmark oder einem ganz ausgeschlagenen Zahn sollten Sie rasch handeln.

Wie bewahre ich ein abgebrochenes Stück auf?

Feucht, am besten in einer Zahnrettungsbox aus der Apotheke oder in Milch. Nicht in Wasser und nicht trocken. Bringen Sie das Stück zum Termin mit, manchmal lässt es sich wieder befestigen.

Tut ein abgebrochener Zahn immer weh?

Nein. Ist nur ein Stück Schmelz ab, spürt man oft nichts. Schmerz entsteht meist erst, wenn der Bruch tiefer reicht und das empfindliche Zahnbein oder der Nerv betroffen ist.

Kann man einen abgebrochenen Frontzahn unsichtbar reparieren?

Kleine Defekte lassen sich mit zahnfarbenem Komposit oft so versorgen, dass die Stelle kaum auffällt. Bei größeren Schäden kommen ein Veneer oder eine Krone infrage. Ein natürliches Ergebnis ist das Ziel.

Was kostet die Reparatur?

Das hängt stark von der gewählten Lösung ab, von der einfachen Kompositfüllung bis zur Krone. Eine konkrete Aussage machen wir nach der Untersuchung und besprechen den Plan vorab mit Ihnen.

Ihr nächster Schritt

Ein abgebrochener Zahn lässt sich in den meisten Fällen gut versorgen, besonders wenn Sie zeitnah kommen. In unserer Praxis in Krefeld-Traar schauen wir, wie tief der Schaden reicht, und finden die passende Lösung. Für kleine Korrekturen an den Frontzähnen lesen Sie mehr im Beitrag zum Bonding am Zahn oder auf unserer Seite zum Microveneering.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung oder Untersuchung. Ob und in welchem Umfang eine Behandlung für Sie infrage kommt, klären wir in einem persönlichen Termin.